VR und AR in der beruflichen Bildung

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Virtual Reality, erweiterte Realitäten und 360-Grad-Fotografie – diese Begriffe begegnen uns immer häufiger, vor allem im Unterhaltungssektor. Doch im Bildungskontext sind diese Techniken bisher kaum vorstellbar. VR-Brillen sind schließlich noch relativ teuer, man benötigt das technische Know-How und: In was für virtuelle Realitäten soll man denn eigentlich eintauchen?

Dieser Beitrag versucht die Technologien hinter den Begriffen voneinander abzugrenzen und möchte konkrete Ideen und Möglichkeiten für die berufliche Bildung aufzeigen. Außerdem werden Tipps und Anregungen gegeben, wie mit den damit verbundenen Herausforderungen umgegangen werden kann.

360°-Medien

Bei 360°-Fotos oder -Videos handelt es sich um Bilder, die die Umgebung vollständig abbilden. Beim Betrachten der Bilder erhält man einen vollständigen Rundumblick. Es handelt sich quasi um eine Erweiterung des Panorama-Fotos.

360°-Content lässt sich sowohl auf dem Smartphone, als auch durch eine VR-Brille ansehen. Auf einem mobilen Endgerät kann man sich dann per Touchscreen im Bild bewegen, mit Hilfe einer VR-Brille kann man sich innerhalb der „virtuellen“ Umgebung „bewegen“ und erlebt diese intensiver.

360°-Fotos kann man auch ganz einfach selber machen. Entgegen der Erwartung, dass dafür eine teure 360°-Kamera gebraucht wird, sind ein Smartphone und die App Google Streetview ausreichend. Mit der App können 360°-Fotos gemacht werden, indem man ein Motiv von einem festen Standpunkt aus in einer Rundum-Perspektive in vielen Einzelbildern aufnimmt. Die App setzt die einzelnen Bilder dann zu einem zusammen.

Virtual Reality

Bei Virtual Reality, oder eben virtueller Realität, handelt es sich um eine durch spezielle Hard- und Software erzeugte künstliche Wirklichkeit, in die man mit VR-Brillen eintauchen kann. Diese Wirklichkeit kann unserer wahrgenommenen Realität durchaus ähneln, muss sie aber nicht. Bisher kennt man diese Technik z. B. aus Computerspielen. Auch hinter Simulatoren, z. B. in der Pilot*innenausbildung, steckt diese Technologie.

Ausprobieren einer einfachen VR-Brille — Cardboard http://cardboard.withgoogle.com/

Es gibt verschiedene Arten von VR-Brillen bzw. Head-Mounted-Displays. Am gängigsten und günstigsten sind solche, in die einfach nur das Smartphone eingesteckt wird – siehe Abbildung. Diese gibt es schon zum Selberbasteln für ein paar Euro, siehe hier. Aufwändigere Systeme sind deutlich teurer und werden an einen Computer angeschlossen. In der Kombination mit Kopfhörern ist die Immersion, also das Eintauchen in die virtuelle Welt, intensiver als bei einer Cardboard-Brille.

Die VR-Technologie bietet im Bildungskontext die Möglichkeit, bestimmte Situationen oder ferne Orte zu erleben, ohne das Klassenzimmer zu verlassen. Lernende können zum Beispiel ins Weltall reisen oder Szenarien austesten, wie man in diesem Beitrag sehen kann.

Augmented Reality

Augmented Reality hingegen ergänzt die reale Welt um virtuelle Informationen, welche auf dem Display eines Smartphones oder eines Tablets als 3D-Objekte angezeigt werden. Lernende können  um die Objekte herumgehen und teils mit ihnen interagieren.

Bekannt geworden ist AR spätestens mit dem Handyspiel Pokèmon GO. Beim Spaziergang erscheinen plötzlich kleine Monster auf dem Handybilschirm, die man einfangen kann.

Durch das Tragen einer AR-Brille wie Google Glasses oder Microsoft HoloLens sollte AR schon vor Jahren Einzug in unseren Alltag erhalten. Bisher sind diese Brillen noch nicht massentauglich, aber es wird weiter daran getüfftelt. Immerhin gibt es schon AR-Apps, die beim Einrichten der Wohnung helfen sollen (z. B. IKEA Place). Der WDR hat eine App entwickelt, die Zeitzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus ins Klassenzimmer holt, um die Ereignisse von damals für Jugendliche nahbarer zu machen. Mehr dazu hier. Für die berufliche Bildung ist die App Berufe VR zu empfehlen, die in 360°-Videos mit interaktiven Texttafeln Berufe und Unternehmen für Jugendliche vorstellt.

Empfohlene Apps und Software: Über die App Google Expeditionen kann man VR- oder AR-Touren zu fernen Orten, in Museen oder vergangene Zeiten machen. Mit Poly lassen sich auch selbst solche Touren erstellen. Auch auf YouTube finden sich eine Vielzahl von 360°-Videos, die im VR-Modus mit Brille angesehen werden können. Mit Quiver kann man bereits jüngeren Kindern die AR-Technik nahebringen.

Mit CoSpaces Edu, HP Reveal oder Fader lassen sich eigene VR- oder AR-Medien gestalten. Die Apps eignen sich besonders gut, um z. B. Einrichtungen vorzustellen oder Arbeitsprozesse abzubilden.

Potenzial für die berufliche Bildung

Virtual und Augmented Reality sowie 360°-Medien ermöglichen durch Immersion und Interaktion partizipative Lernerfahrungen, die durch Bücher oder auch Filme nicht ohne weiteres möglich sind. In der beruflichen Bildung können sie zu einer höheren Motivation von Teilnehmenden beitragen und Lernende besser auf den Arbeitsmarkt, vor allem hinsichtlich Digitalisierung und Medienkompetenz, vorbereiten.

Die technische Ausstattung für das eigene VR- oder AR-Projekt ist wenig umfangreich als gedacht und oft schon vor Ort: Tablets und Computer sind in den meisten Einrichtungen vorhanden. Teilnehmende können auch eigene Smartphones verwenden. VR-Brillen aus Pappe reichen in der Regel aus und erweitern die Beschäftigung mit der Technologie um eine handwerkliche Tätigkeit. Es gibt also viele Möglichkeiten, die Kosten gering zu halten und erste Projekte dieser Art anzugehen.

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